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Das iPad, Tablets und c/o

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Als letztes Jahr im Frühjahr das iPad das Licht der Weltpresse erblickte wußte innerhalb kürzester Zeit eigentlich fast jeder, was mit dem aus vier Buchstaben bestehenden Begriff “iPad” gemeint ist. Sogar meine fast 70 jährige Mutter wußte sofort vovon ich sprach, als ich ihr vor zwei Monaten am Telefon erzählte, dass ich mir überlegte ein iPad zu kaufen. Ich mußte nicht viel erklären: “Ja!” tönte es aus dem Höhrer “das hatte ich vor ein paar Wochen auch schon in der Hand – ist ganz toll!” entfuhr es ihr, als ich Ansätze machte ihr, wie gewohnt, weit ausgreifend, von meinen skurilen Errungenschaften der mobilen Technologie zu erzählen. Jeder weiß wie es aussieht, schließlich sieht man Werbeplakate an jeder zweiten oder dritten Bushaltestelle – man muß also nichts mehr erklären. Der Begriff “iPad” ist also selbsterklärend. Wie seinerzeit “Tempo” als Sinonym für Taschentücher galt, steht das iPad, nach Meinung vieler als Sinonym für das “Tablet”, was das iPad ja in erster Line ist.

Alles nichts Neues

Dabei ist der Begriff “Tablet” so neu eigentlich nicht, gibt es doch schon seit Jahren, bereits vor dem 2007 einsetzenden Netbook Boom, relativ kleine Notebooks bzw. Subnotebooks mit drehbarem Display, die man mit einem Stift bedienen muß. Hierzu gehören beispielsweise Geräte der ThinkPad Reihe wie das X60t, X61t und X200t der Firma Lenovo, aber auch Dell und HP haben Geräte dieser Bauweise in ihrem Portfolio.

Diese Gattung nannte man bis vor kurzem noch “Tablet” oder “Tablet PC”. Um aber eine Verwechslung mit den inzwischen auf dem Markt erhältlichen “Tablets” zu vermeiden, spricht man inzwischen gemeinhin nur noch von “Tablet-PC Convertibles”.
Auch die zahlreichen “Handhelds” oder auch “Palmsize PC´s”, die seit Ende der 90er Jahre auf dem Markt zu finden sind und zumindest bereits das Konzept der Displaybedienung aufweisen, auch wenn dieses aufgrund der veralteten Oberfläche von Windows Mobile (damals noch Windows CE) beispielsweise nur mit einem Stift richtig bedient werden konnten, was alles andere als benutzerfreundlich war.
Es gab sogar eine mit den Fingern zu bedienende Softwaretastatur und eine Art Schrifterkennung, die aber nie wirklich zufriedenstellend funktionierte.

Zudem kam 2007, bereits in 6. Generation, kleine 5″ große Tablets von der französischen Firma ARCHOS auf den Markt, die den heutigen schon sehr nah verwandt waren. Allerdings liefen diese mit einem eigenem auf Linux basiertem Betriebssystem (ARCHOS 5 Internet Media Tablet), das sich aber nicht wirklich am Markt behaupten konnten. Anders sah dies mit seinem auf Android 1.6 basierten 5″ Internet Tablet aus, das Ende 2009 auf dem Markt erhältlich war und ein beträchtliches Potential, gerade im Medienbereich offenbarte.

eBooks

Zudem bildete sich in dieser Zeit parallel ein zumindest in Deutschland allmählich entwickelnder eBook Markt aus, der aber schon seit langem wegen der hier zu Lande hohen Buchpreise – aufgrund der Buchpreisbindung – stagniert: Das Herunterladen von eigenen eBooks aus dem Internet war und ist mühsam, die Software schlecht zu bedienen und langsam, so dass beim eBook lesen bisher nicht wirklich Freude aufkommt, vor allem dann nicht, wenn es um farbige Zeitschriften geht, Bilder und Interaktion.
Das, was heruntergeladen wurde, hat man sich bis dato lieber auf den heimischen PC geladen und am Schreibtisch betrachtet – es ist also nicht wirklich bequem. Wer einen Tablet PC sein Eigen nennen konnte, hatte damit zumindest die Möglichkeit “Sofasurfing” zu betreiben, auch wenn das Gerät zum Teil ganze 1,5 kg und mehr schwer ist. Zudem wurden die Geräte, vor der Aera der Dualcore Rechner, recht heiß und laut, so dass ein Benutzen im Bett abends, neben dem sich bereits im Schlummer befindlichen Partner, nicht wirklich schön war. Hinzu kommt die bis vor einem Jahr relativ schlechte Akkuperfomance, die zumeist über eine Benutzen von bis zu maximal drei oder vier Stunden nicht hinausreichte. Mit dem Aufkommen modernerer Chips, wie sie dann Ende letzten Jahres im ThinkPad T400s beispielsweise eingesetzt wurden, waren mit einem Mal interessane Nutzungszeiten möglich. Allerdings waren die Gerät nicht wirklich zum Lesen von eBooks geeignet und dann begann der Tablet Hype.

…einfach nur bessere Werbung…?

Es ist also alles nichts wirklich Neues, was uns da die Firma Apple Anfang des Jahres präsentierte.
Und trotzdem kennt inzwischen jedes Kind den Begriff “iPad” und weiß – zumindest rudimentär – was sich dahinter verbirgt. Woran liegt das? Hat Apple einfach nur besser Werbung gemacht oder gibt es doch etwas, daß dieses Gerät so besonders macht?

Ich kann mich noch gut an den besagten Tag erinnern, an dem das iPad der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, denn ich saß mit meinem Tablet PC auf dem Bett und versuchte dem leicht überlasteten Livestream der Veranstaltung zu folgen. Als ich das Gerät sah, war ich zunächst enttäuscht, denn ich hatte mir eigentlich etwas anderes vorgestellt. Aber warum eigentlich?
Wer die Apple Politik der letzen Jahre verfolgt hat, sollte zumindest wissen, worauf er sich einläß und wäre, gerade was das iPad betrifft, nicht enttäuscht gewesen. Aber ich bin kein Apple Nerd und habe bisher alle Neuprodukte nur aus der Ferne betrachtet, da sie mir 1. viel zu teuer und 2. zu wenig offen für Modifikationen sind. Zudem wurde ich zu diesem Zeitpunkt von der allgemeinen Androidbegeisterung angesteckt, die Ende 2008 mit dem ersten Gerät, dem G1 der Firma HTC und den Nachfolgemodellen wie dem HTC Hero und T-Mobile G2 Touch begann.

Man erwartete beim sog. Apple Tablet also ein modernes Gerät, mit einer modernen Oberfläche und guter Bedienbarkeit – etwas anderes als das iPhone also. Stattdessen erhielt man genau dies, den Eindruck eines gigantisch großen iPhones.

Das gewisse Etwas des iPad: die Applikationen

Welches Potential tatsächlich durch das Gerät eröffnet würde, wirde erst deutlich wenn man das anstrengungslose Navigieren durch die Anwendungen, auch einfach “Apps” genannt, erlebt. Sie werden gezielt für das iPad hergestellt und können somit das mehr an Platz auf dem Display wirklich ausfüllten, wie etwa eBooks, Zeitschriften und Games, doch auch die native Twitteranwendungen in Kombination mit einer nahezu normal großen Softwaretastatur, ist wirklich gut zu bedienen.

Damit ist das iPad nicht bloß ein großes iPhone, sondern weit mehr als das.
Es gibt Anwendungen, die sich mühelos in mehrere Spalten aufgliedern, drehte man das Display in die Horizontale und dies so annimiert, das man den Eindruck echter Mechanik erhält. Das Betrachten von Bildern wird zu einem Augenschmaus, durch einfaches Anfassen der Bilder, die ein echtes, haptisches Benutzungsgefühl hinterlassen. Ist es das, was Apple 2007 so besonderes machte, als es sein erstes und doch so erfolgreiches iPhone auf den Markt brachte: das Gefühl von Chick beim Bedienen? All dies tröstete damals viele Anwender darüber hinweg, das ihr Gadget viele, eigentlich als Standard bei Smartphones anzusehende Funktionen noch nicht hatte. Sie wurden teilweise Stück für Stück, in Häppchen nachgereicht, zum Teil aber auch gar nicht. Doch das stört die eingefleischten Applefans selbst heute nicht, denn sie hatten etwas, dass ihnen keiner nehmen konnte, etwas das einfach nur “tres chick” war. Genau dies zeigte Apple mit seinem iPad, wenn da nicht der gesamte Balast der Firmenpolitik  im Hintergrund wäre.

Viele bunte Tablets

Doch all diese Verlockungen brachten mich noch lange nicht dazu das iPad zu kaufen, denn ich hatte zumindest eine Vorahnung bezüglich der zahlreichen Beschränkungen, die dem User von und durch Apple auferlegt werden. Es ist ein Käfig, den Steve Jobs seinen Kunden auferlegt, auch wenn es ein optisch schöner goldener ist, so ist es doch ein Käfig.

Ausschlaggebend waren die weltweit zahlreichen Messen im Sommer diesen Jahres, in der zahlreiche neue Tablets vorgestellt werden sollten. Das iPad hatte inzwischen seinen Marktstart in vielen Ländern gehabt womit die Meßlatte als namenhafter Hersteller durch das iPad vorgegeben wurde und somit recht hoch, was die Qualität des Displays, seine Winkelstabilität und das Format anging.

Die einzig interessanten Konkurrenten sind zum jetzigen Zeitpunkt mit Android OS laufende Geräte. Schließlich dürfen wir nicht vergessen: Es geht hier nicht darum, einen kompletten Rechner aufs Tableau zu bringen, sondern vielmehr um eine bis ins Äußerste auf Mobilität hin ausgelegte Form für den Konsum zu schaffen. Tablets sollen daher auch in erster Linie diejehnigen ansprechen, die bereits einen Rechner zu Hause haben und zuzüglich ein auf Betriebsdauer, Stabilität und geringe Geräuschemissionen hin ausgelegtes System benötigen – das kann und will Windows OS gar nicht sein und das ist auch gut so.
Schnell wurde deutlich, dass neben den bereits auf dem Markt zur Verfügung st

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