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Computerbetriebssysteme und ihre Philosophie – Senioren am Computer

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Silversurfer

Mir ist schon das eine oder andere Mal beim Umgang mit Menschen, die noch nie zuvor mit einem Computer gearbeitet haben oder dies zumindest sehr selten tun, aufgefallen, um wieviel anders sie die für Computerenthusiasten inzwischen gängige Benutzeroberfläche der jeweiligen Betriebssysteme wahrnehmen. Viele Dinge, die wir sofort erkennen, stellen für sie geradezu unüberwindbare Hürden dar. Gemeint ist hier vor allem die Altersgruppe unserer Eltern und Großeltern, die nicht unbedingt mit einem Computer im Kinderzimmer aufgewachsen sind und auch im Laufe ihres Lebens keinerlei Umgang mit diesen pflegten.

…und hinter allem steckt eine Philosophie

Das A und O eines jeden Computers, ist nicht allein die Hardware, aus der das System besteht, sondern vielmehr das Zusammenspiel von Hard- und Software. Die die Art der Software, als Schnittstelle zwischen Benutzer und digital anzusprechenden Schaltkreisen ist daher auch enorm wichtig. Als erstes ist hier natürlich das Betriebssystem zu nennen, welches in erster Linie bestimmt, welcher Benutzerphilodophie ich angehöre: ob nun einem frei verfügbaren System wie Linux oder einem kommerziellem wie MS WIndows oder Apples OSX, um nur einige zu nennen. Die Benutzerphilosophie bestimmt letztlich, welchen Userkreis ich an meinem System erwarte und auch dementsprechende Rechte zur Veränderung einräume. Linux, das beispielsweise von jeher damit wirbt, besonders offen zu sein, ist für absolute Layen vermutlich nicht gerade als geeignetes Einsteigersystem zu bezeichnen, das sich durch einfache Benutzerführung selbsterklärt – auch wenn dies gern immer mal wieder von Linux Enthusiasten behauptet wird.

Mit den Systemen von Apple und Microsoft sieht dies hingegen schon viel einfacher aus, da sie sich auf die Fahnen geschrieben haben, einem möglichst großen Benutzerkreis offen zu stehen. Vor allem der Apple Konzern wirbt oft und gern damit intuitiv bedienbar und transparent zu sein. Ob dieser Anspruch auch erfüllt wird, steht auf einem anderen Blatt Papier und muss sicherlich individuell entschieden werden. Wie sieht es aber tatsächlich mit dem Personenkreis der über 60 Jährigen aus – also all jenen, die nicht unbedingt mit Computern in ihren Wohn- oder Schlafzimmern aufgewachsen sind, sich wohlmöglich das erste Mal an solch ein Ungetüm setzen?

Wie kann man diesem Personenkreis so etwas wie Microsoft Windows oder Apples OSX erklären, wie verdeutlichen, wo die Stärken und wo die Schwächen des Betriebssystems liegen? Es wird umso schwieriger, je später der Entschluss zum Zugang zu dieser für sie neuen Form der Medien gefast wird, da auch mit dem zunehmenden Alter das Lernen schwieriger wird – wir wissen alle, dass es weiß Gott nicht bei allen so ist, aber zumindest bei sehr vielen.

Silver Surver

Umso erfreulicher ist es daher, wenn diese vermeintliche Hürde einmal überwunden wird, die Neugierde der anfänglichen Angst vor neuem obsiegt und Vater, Mutter, Oma oder Opa sich plötzlich ein iPad, einen PC oder Mac kaufen und einen Sprung in das Abenteuer “Computer” bzw.  “Internet” wagen.

Wie groß diese Hürde sein kann, habe ich oft selbst in meinem Familienkreis beobachtet – stellen hier sogar schon einfache Peripheriegeräte wie eine Maus oder das Keyboard eine ernste Hürde da, weil für sie diese fremde Form der indirekten Bedienung, nicht sofort verständlich ist. Oft sieht man, dass sie komplett absorbiert von der Fülle der neuen Eindrücke, die Übersicht verlieren und viele Dinge nicht  sofort verstehen, wodurch nicht selten Frust aufkeimt, wenn der Enkel plötzlich mehr weiß, als man selbst. Wo bleibt hier die Vorbildfunktion, wo die Autorität? Ich verstehe auch nicht immer alles sofort, aber sitzt Oma einmal vor dem PC, möchte sie nicht selten, dass sich die digitale Welt genauso einfach erschließt, wie beispielsweise das Anschalten des Fernsehers oder der Waschmaschine, da dies von dem entspannt auf dem Sofa mit dem iPad surfenden jungen Mann in der Werbung so suggeriert wird. Dass die heutige Form der PC´s oftmals schon sehr nah an diese Vorstellungen heranreichen, können diejenigen naturgemäß noch nicht begreifen, die das erste Mal davor sitzen. Sie dürfen nur am Anfang nicht zuviel von sich erwarten.

Spannend wird es aber dann, wenn Oma oder Opa sich tatsächlich auf das Abenteuer einlassen, dies also nicht als kurzes Intermezzo betrachten.

Erst dann kann etwas wirklich spannendes passieren, was die “Silversurfer” dann, die im allgemeinen einen ganz anderen Zugang zur Materie haben, zu sehr guten Testpersonen mutieren lässt. Nicht selten sind es gerade diejenigen, die einen wachen Blick für das Wesentlich behalten, die Problematiken von einer ganz anderen Perspektive aus betrachten. Vor allem, wenn es im weiteren Verlauf darum geht, herauszufinden, ob ein Computerprogramm benutzerfreundlich oder es übersichtlich ist und ob es andere, bisher nicht erkannte Hürden gibt, die es zu korrigieren gilt.

Der Blick für das wesentliche

Es geht nicht darum zu demonstrieren, dass schon ein Baby ein iPad bedienen kann, sondern vielmehr darum, durch den Blick eines Aussenstehenden auf das uns umgebende alltägliche Chaos, das Gefühl für wesentlich Fragen zu erhalten – wir vergessen das mitunter.

Es ist nicht selten von Vorteil, sich in aller Ruhe einmal hinter sie zu setzen und ihnen bei ihren ersten Schritten in die digitale Welt über die Schulter zu schauen. Spannend wird es vor allen in Situationen, in denen Fragen oder Probleme auftauchen, mit denen sie, aufgrund mangelnden Wissens hadern.

Das hat auch der Blogger Chris Pirillo erkannt und sich mit seinem Vater zusammengesetzt, um ihn mit verschiedenen, derzeit sehr aktuellen Fragen zu konfrontieren.

Er hat ihn das erste Mal in seinem Leben vor einen Apple und einen Windows PC mit Windows 8 gesetzt. Sein Vater, der – ganz im Gegenteil zu manch vergleichbaren Silversurfer, immerhin schon mit dem Betriebssystemen Windows XP und Windows 7 vertraut ist und auch einige Erfahrungen mit einem iPad so wie einem iPhone aufweisen kann, sollte dabei ganz offen über Eindrücke, im Umgang mit dem System berichten, was er auf umwerfende Art und Weise getan hat. Interessant ist nicht nur was er sagt, sondern auch die Beobachtung seiner sich verändernden Mimik während der Nutzung, stößt er beispielsweise auf Schwierigkeiten.

Noch bevor er überhaupt über seine eignen Eindrücke referiert, kann man so bereits gut ablesen, wo eventuelle Schwierigkeiten im System liegen, Unklarheiten oder echte Hürden vorkommen. Zudem ist er nicht verleitet, durch zuviel Vorkenntnisse, die eine oder andere Schwierigkeit zu übergehen – er tappt vielmehr voll hinein – da er um die Schwierigkeiten nicht weiss.

Wie die Leute Windows 8 benutzen werden

 

Fazit: Pro und Contra zur Benutzung von WIndows 8

 

Sichtweise eines Anfängers: Erste Benutzung von Mac OSX

 

Vergleich: Mac OSX und MS Windows 8

 


Quelle: Silver SurferLockerGnome.com

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Bloggen mit dem Mac – eine Odyssee der Editoren

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Foto am 14 02 12 um 19 59
Seitdem ich mein Equipment von Windows auf OSX gewechselt habe, suche ich nach einer guten Blogger Software, mit der ich sowohl off- als auch online meine Blogtexte verfassen kann, Verwöhnt von der für das iPad gut entwickelten App. „Blogsy“, stellte sich natürlich der Wunsch ein, dies so komfortabel als möglich zu tun und vor allem mit der Möglichkeit bequem auf die bekannten Medien, wie z.B. Picasa u.a., zur Einbindung in den Blog zugreifen zu können. Da eine Nutzung eines Flickr Accounts erst dann wirklich sinnvoll wird, erweitert man den Account und bezahlt diesen, bin ich schon lange davon abgekommen, hier Bilder zu veröffentlichen. Picasa ist durch seine Erweiterung mit Google+ allerdings überaus interessant geworden, zumal man mit einem Standard Account schon sehr weit kommt.
Neben der derzeit auf den Markt als „Non plus Ultra“angesehenen Applikation „MarsEdit“ empfand ich auch die für andere Belange durchaus interessante Software „MacJournal“ als überaus interessant und lud mir die beiden Demos sofort herunter. Als Vergleich gesellte sich auch die etwas ältere Software, aber bei vielen Bloggern durchaus geschätzte “Ecto” hinzu. Ein überaus kurzer Versuch mit “MyWPedit” konnte mich überhaupt nicht überzeugen, so dass ich die Software schon nach 10 Minuten Testen wieder von meinem MacBook Air verbannte. Warum? Nun, beim Einbinden von Grafiken wurde jedes Mal nach einem Update eine neue Grafik erstellt, das Einbinden an sich war leider sehr hakelig, das Schreiben von Text und das Layoutieren überaus kompliziert und nur über ein Dropdown Menü zu bewerkstelligen. Aber es ist eine junge Software, die stetig weiter entwickelt wird, weshalb ich mir sicherlich in naher Zukunft die Software nochmals anschauen werde.



ecto.png

Das soll nicht heissen, dass etwa die andere Software erheblich besser ist, eigentlich – das muss ich insgesamt feststellen – erfüllt bisher keine der Applikationen meinen Anforderungen für einen Offline-Editor zu 100%. Es ist schon bezeichnend, dass ich, während ich noch am Testen bin und Stück für Stück den Text schreibe, letztlich dann doch an meinem Safari Browser sitze, den Online Editor von “Blogger” und zum Teil “WordPress” geöffnet habe und genau das machen kann, was ich die ganze Zeit will: den Text flüssig schreiben, sofort einfach layoutieren, ohne mich in endlosen Menükaskaden zu verheddern und der Möglichkeit Bilder in einem flüssigen Arbeitsgang einbinden zu können, unabhängig davon wo diese gehostet sind.

Bilder online stellen

Die erste Konfiguration für das Editieren von Blogseiten, dies betrifft in meinem Fall sowohl „Blogger“, dessen Blog mir als Testwiese dient, als auch „WordPress“, gestaltete sich relativ einfach und ein Erstellen von Text so wie dessen Layout wurde geradezu ein Vergnügen, vor allem durch die hervorragenden Vollbildfunktion von MarsEdit und MacJournal, die beide für Lion optimiert sind.
Einziges Manko scheint das Einbinden von online befindlichen Bildern zu sein, deren Funktionalität ich bei MacJournal entweder bisher noch nicht habe finden können oder es gibt sie schlichtweg nicht.
MarsEdit kann dies zumindest in sofern, als dass man zuvor den Link eines einzubindenden Bildes in die Zwischenablage kopiert und dieses anschließend durch einen “Rechtsklick”, dann “Format” und anschließend mit der Auswahl der Option “Image from Link” anklickt um es in den jeweiligen Textabschnitt einzubinden. Ein Anpassen der Grösse des Bildes ist bei MarsEdit allerdings im Nachhinein nicht möglich, so dass man sich schon gut überlegen muss, welche Bilder man einbindet und welche nicht. Insgesamt ist das bearbeiten von Bildern aber in jeder der genannten Bloganwendungen absolut unzureichend. Bei MacJournal ist hingegen ein Verändern der Grösse jederzeit möglich, indem man auf die untere rechte Ecke eines Bildes klickt und dieses nach Bedarf grösser oder kleiner zieht – das gefällt.
Dies mag für Programme, deren zentraler Fokus nicht unbedingt im Bloggen liegt, wie beispielsweise MacJournal noch angehen, aber für ein Tool wie MarsEdit, das einzig und allein zum Bloggen gedacht ist, kann ich das nicht akzeptieren.
Einen absoluter Glanzpunkt stellt bei dieser Funktion Ecto dar, bei dem man, neben der Möglichkeit die Grösse zu verändern, auch den Randabstatt äusserst komfortabel konfigurieren kann. Leider zeigt es wiederum Schwächen, wenn es darum geht, ein bereits im Internet befindliches Bild einzufügen und anzupassen.
Ich möchte nochmals unterstreichen, dass es mir hier nicht darum geht, den Text als html-Datei zu bearbeiten, das kann ich letztlich mit jedem Html-Editor auch tun, sondern ich erwarte von einem speziell für´s Bloggen konzeptionierten Programm, bequeme Möglichkeiten der WYSWYG-Editierung inkl. aller Anbindungen an wichtigste Internetdienste.


Immer nur Flickr…


Allen Programmen gemein ist, neben der Möglichkeit auf dem eigenen Server Bilder abzuspeichern, die Möglichkeit zur Einbindung von Bildern mittels eines Flickr-Accounts. Doch mal Hand auf´s Herz, welcher Blogger nutzt denn ausschließlich Flickr mit einem Freeaccount? Ich würde mir eine Einbindung verschiedenster Bilderhostingdienste wünschen, wie z.B. Picasa, Posterous oder anderer Social-Dienste, die es inzwischen gibt. Vor allem auch das Einbinden ganzer Alben in Form von Galerieansichten.
Für mich heißt das, dass ich weder auf die bereits existierende Albenvielfalt meines Picasakontos noch auf bereits im Netz stehende Bilder meines WordPress Blogs bequem zugreifen kann, was ich als absolutes “NoGo” bezeichnen möchte.
Auch wenn man die Bilder auf dem eigenen Server, im dafür vorgesehenen Medienordner speichern kann, so ist es trotzdem nicht möglich, auf bereits bestehende Bilderarchive zuzugreifen.


Bilder auf dem eigenen Server

Es wird bei der Erstellung des Accounts von MarsEdit, Ecto und MacJournal lediglich auf ein vom Programm erstelltes Album zugegriffen, welches dann mit den jeweiligen Bildern gefüllt wird. Da MarsEdit einen MediaBrowser hat, kann man die bereits von MarsEdit hochgeladenen Bilder einsehen und in anderen Blogeinträgen weiter verwenden ohne sie erneut hochladen zu müssen, was schon mal ein sehr guter Ansatz ist. Auf andere Bilder kann man, wie oben bereits erwähnt wurde, nicht zugreifen, auch nicht Bilder, die man anschließend mittels der Picasa Anwendung in das spezielle Verzeichnis lädt.
MacJournal lässt, trotz Medienmanager, keinen Einblick auf bereits im Internet befindliche Bilder zu – ein absolutes NoGo! Während der Erstellung meines Artikels, den ich mal in der einen, mal der anderen Software bearbeitet, musste ich feststellen, dass es eigentlich in jeder Software nicht nur einmal passierte, dass ein und das selbe Bild doppelt abgespeichert wurde, weil beim Update das eine oder andere Häkchen nicht gesetzt wurde oder die Verwaltung schlichtweg zu intransparent ist. Unter MarsEdit erhält man dann immerhin noch die Möglichkeit, begeht man diesen Fehler, durch den Medienmanager, doppelt geladene Bilder zu entfernen, in MacJournal sieht man bereits hochgeladene Bilder gar nicht und wundert sich vermutlich irgendwann, sofern man viel mit Bildern arbeitet, dass das Verzeichnis einfach überquillt.

Allerdings ist der Umgang mit Bildern bei MarsEdt auch nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint, denn es läßt sich zwar angeben, welche Auflösung die für den Upload bereitgestellten Bilder haben sollen, allerdings lassen sich diese nachträglich nicht wirklich verändern, so dass man z.B. bei einer standardmässig genutzten Auflösung von 1024 x 768 Pixel eine “Lightbox-Option” gar nicht sinnvoll nutzen kann, da die einzubindenden Bilder natürlich verkleinert dargestellt werden müssen. Damit ist man dazu verdammt, alle Bilder in einer geringeren Auflösung über MarsEdit hochzuladen, als man eigentlich will. Das ist vor allem dann unschön, wenn man kleinteilige Grafik hat, die man zwingend in einer höheren Auflösung nutzen möchte, aber in so hoher Auflösung aus layouttechnischen Gründen gar nicht in den Text mit einbringen kann.

Ich habe dieses Minus an Optionen bei MarsEdit versucht zu umgehen, indem ich Bilder in der gewünschten Auflösung eingefügt habe, sie anschließend löschte um das dann im Medienmanager zu sehene Bild in veränderter Grösse erneut einzubinden. Dummerweise erstellt mir MarsEdit dann ein neues Bild, das im MedienBrowser abgespeichert wird – für meine Anforderungen völlig unsinnig. Ich würde es dann verstehen, wenn ein geringer auflösendes Alias erzeugt würde, das auf das Original verweist, konnte aber nirgends entdecken, dass diese Funktion hier vorgesehen ist.

Interessanterweise ist, zumindest was das Editieren von Bildern betrifft, Ecto, so alt die Software auch ist, hier mein klarer Favorit, da es sehr variable Möglichkeiten zur Bildeditierung anbietet, die einfach zu bedienen und klar verständlich sind. Leider konnte ich nirgend die Möglichkeit erkennen, wie oder ob man bereits online stehende Bilder einbinden kann, was mit MacJournal im Übrigen ebenfalls nicht möglich ist.
Einzig die Option der HTML-Ansicht ermöglicht dann, bis auf MacJournal, wo es diese Option nicht gibt, ein freies Layoutieren, sowohl von externen Bildern, als auch der Positionierung innerhalb des Textes. das ist aber eigentlich nicht das, was mir vorschwebte, als ich mich nach  geeigneter Software anfing umzusehen.
Da sich Ecto dann aber als überaus instabil auf meinem Lion System herausgestellt hat, musste ich eine Investition in dieses Programm auch ad acta legen – eigentlich schade.

Text erstellen und Bearbeiten

Wichtigster Aspekt beim Bloggen ist und bleibt aber immer noch das Schreiben. Dazu gehört bei einem guten Blogger-Programm meiner Meinung nach aber auch die Möglichkeit, den geschriebenen Text noch im Schreibfluss zu formatieren, um für sich selbst Ordnung zu schaffen. Ich fand es schon immer hilfreich, noch während des Schreibens leichte Strukturen zu schaffen, um den Überblick nicht zu verlieren – dies ist umso wichtiger, je länger der Text  oder je defiziler der Inhalt des Geschriebenen ist. Vermutlich liegt darin auch der Siegeszug von all den WYSWYG Textprogrammen begründet, wie MS Word, OpenOffice Write oder Pages. Man erhält ein Werkzeug in die Hand mit dem man sich keine Gedanken mehr darüber machen muss, wie man die Grafik auf einer Seite montieren muss, sondern nur noch darüber, welche man nimmt und wo man sie platziert, alles andere ist nebensächlich.
Darum erwarte ich von einem Editor, der sich auf die Fahnen geschrieben hat, dass er Spezialist fü´r Bloggen ist auch, dass er diese zentrale Tätigkeit herausragend erfüllt, denn sonnst könnte ich mir auch einen beliebigen HTML-Editor nehmen und die Seite so erstellen.

Umso frustrierter war ich, als ich feststellen musste, dass ausgerechnet das teuerste aller Blogeditoren, MarsEdit, bei der Möglichkeit zur Modifizierung der Darstellung von einfachen Formatoptionen, wie z.B. “Fett“, “Italic” oder “unterstrichen“, einem lediglich ein relativ verschachteltes Dropdown-Menü anbietet, das nicht einmal veränderbar ist. Da bietet selbst der betagte Ecto Editor mehr, so dass ich schon versucht war, nur diesen zur Erfassung meiner Texte zu verwenden – wenn da nicht die Instabilität wäre. MacJournal ist hier leider ähnlich verschachtelt wie MarsEdit, wenn auch nicht ganz so schlimm. Ich verstehe nicht, was dagegenspricht, die sonnst auf dem Mac so leere Menüleiste des Programms mit sinnvollen Shortlinks zu füllen?
Ich muss gestehen, dass ich mitunter einfach in den HTML-Modus wechselte, den man zugegebenermassen recht schnell wechseln konnte, da es schneller war, kurze Fontstyles zu erstellen oder mal eben den Text vernünftig auszurichten, als sich durch das Menü zu hangeln. Dabei fiel mir dann auch auf, dass MacJournal zwar eine Bearbeitung im “Plaine- und Ritchtext-Format” unterstützt, das HTML-Format dabei aber total unterschlagen hat. das ist fatal, wenn man versucht irgend etwas auf der Seite vernünftig zu platzieren, geschweige denn externe Bilder zu montieren, was entweder zu einem Geduldspiel ausartet oder schlichtweg nicht möglich ist. Besonders ärgerlich ist es, will man beispielsweise im MarsEdit ein Bild mittels CSS vernünftig ausrichten, da man beim Wechsel in den HTML_Modus zum einen HTML-Text geboten bekommt, der in keinster Weise strukturiert ist, zum anderen hat man nicht einmal die Möglichkeit, den zur Bearbeitung gedachten Text zuvor, zwecks schnellerer Lokalisierung, zu markieren, umzuschalten und dann sofort zu finden, denn die Markierungen bleiben leider nicht bestehen.
Das führte dazu, dass ich auf der Suche nach einem bestimmten Bild innerhalb eines stark strukturierten Textes, beinahe verzweifelte, da ich das Bild mit dem blossen Auge einfach nicht finden konnte.
Besser arbeitet hier eindeutig Ecto, der den HTML-Text zumindest logisch umbricht und einteilt um so für etwas Struktur sorgt.

Wo sind denn die Tabellenfunktionen hin…?

Als während der Erstellung dieses Textes der Wunsch aufkeimte, vielleicht die eine oder andere Tabelle zu generieren, musste ich feststellen, dass weder im hochgepriesenen MarsEdit, noch in Ecto die Möglichkeit besteht eine Tabelle einzufügen. Will man selbiges tun, muss man in den HTML-Modus wechseln und klassisch HTML-Tags bemühen. Einzig MacJournal bietet hier eine komfortable Möglichkeit Tabellen zu generieren und zu bearbeiten. Sie ist in dem Programm auch lebensnotwendig, da sie im Übrigen die einzige Möglichkeit bietet, Bilder innerhalb des Textes vernünftig ausrichten zu können.


Fazit


Was bleibt nun bei meiner Odyssee durch die drei derzeit wichtigsten Programme für das Bloggen auf dem Mac zu sagen? ich würde sagen, man kommt nicht umhin einen leicht schalen Beigeschmack zu haben, da keines der drei Programme einen wirklich dazu veranlasst es als einzelne Software zum bloggen zu verwenden. MacJournal machte auf mich zu Beginn meines Tests einen sehr soliden Eindruck, bis ich an den Punkt gelangte, an dem ich mit Bilder hantieren musste. Zudem gibt es keine Funktion “Entwürfe” zu speichern – eine Funktion, die bei Blogeditoren selbstverständlich sein sollte. MarsEdit wirkt in vielen Bereichen wie eine sich in Produktion befindliche Applikation, die schon einiges an guten Ideen hat, aber gravierende Mängel im eigentlichen Layout aufweist, was für einen guten Workflow unumgänglich wäre, dafür läuft es von allen Programmen am stabilsten: es gab keinerlei Abstürze. Da MarsEdit mit seinem Preis von über 30,-€ ein recht teures Programm in diesem Rennen ist, muss man, wie ich finde, logischerweise auch etwas höhere Ansprüche anbringen. Ich empfinde die Software für das, was sie kann, überteuert. MacJournal steht in dem selben Preissegment wie MarsEdit, allerdings nicht mit dem hohen Anspruch für das Bloggen spezialisiert zu sein, weshalb mein Urteil nicht ganz so streng ausfällt. Dennoch kann ich für das Programm, zumindest was das Bloggen betrifft, keine echte Empfehlung aussprechen.
Bleibt zum Schluss noch Ecto, das ich zu Beginn meines Tests eigentlich sofort verwerfen wollte, da es mit seiner doch recht altbackenen Oberfläche nichtgerade zum Benutzen einlädt.
Im Laufe der Benutzung, vielleicht aber aus aus der Verzweiflung heraus, was die beiden anderen Programme alles nicht können, griff ich vermehrt auf Ecto zu, da hier die Menüleisten konfigurierter sind und ein schneller Zugriff auf Textformatierungsoptionen vorhanden ist. Zudem ist die Option, Bilder zu Positionieren und korrekt darzustellen sehr gut umgesetzt.
Allerdings wird Ecto, so ist zumindest der derzeitige Stand, wohl nicht so schnell weiterentwickelt, was wirklich bedauerlich ist. Denn etwas Feinschliff, eine bessere Integrierung moderner SocialNetwork Dienste und eine stabilere Engine unter Lion würden der Software gewiss gut tun. Zudem ist es mit seinem Preis von 16,29€ geradezu günstig im Vergleich zu seinen Konkurrenten.


Ein Ausblick


Eigentlich wollte ich den Text mit der von mir als absoluten Sieger auserkorenen Software beschliessen, sitze nun aber vor einem geöffneten Browserfenster und tippe den Text in einem Onlineeditor. Ich bin, trotz meiner sich jetzt breitmachenden Ernüchterung, immernoch zuversichtlich, dass sich noch etwas tut, in diesem Sektor.
Schließlich gibt es noch Blogger, dass ich bisher nicht testen konnte, da die unter Lion lauffähige Version 2.0 noch in Entwicklung ist. Zudem wird MarsEdit stetig und intensiv weiterentwickelt, was wiederum für dieses Programm spricht. Ecto ist für mich der tragische Held im Reigen der Editoren, da er im Prinzip schon fast alles wichtige beinhaltet, aber keine Anzeichen sichtbar sind, dass es Neuerungen geben wird. Eine vielleicht etwas teure Lösung könnte ein Versuch mit RapidWeaver sein, der offenbar zu seinen zahlreichen, käuflich erwerbbaren Plug-ins auch eine Option mit Blogeditor (Rapidblog) anbietet. 


MarsEdit 3


positiv
+ guter MedienManager
+ Onlinebearbeitung möglich
+ Erstellung von Drafts
+ bedingt einfaches Einfügen des Textes mit Grafik möglich


negativ
– kein Zugriff auf bereits online stehende Grafiken (Ausnahme: Flickr-Account)
– Zugriff auf Textformate ist hakelig
– kein nachträgliches verändern der integrierten Grafiken
– Preis


MacJournal 6


positiv
+ Übersichtliche Menüstruktur
+ hervorragender Vollbildeditor zum Erfassen von Texten
+ Option zum Erstellen von Tabellen
+ läuft sehr stabil


neutral
+/- Medienmanager, mit dem man aber nicht viel machen kann


negativ
– keine Erstellung von Drafts
– Bilder können nicht richtig montiert werden – ohne Textumfliessung
– Textformatierung ist etwas hakelig
– Preis


Ecto


positiv
+ recht guter Medienmanager
+ hervorragende Einbindung von Bildern
+ sehr übersichtliche Formatierungsmöglichkeiten
+ Erstellung von Drafts
+ Onlinebearbeitung möglich
+ Preis


negativ
– sehr instabil unter Lion
– altbackene Oberfläche und Funktionen

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